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Spieltechnische Fragen auf der Steirischen HarmonikaWo ist auf meiner Harmonika das "C"?Ja, wo ist es, das "C", mit dem alle Notenleser zum Notenlesen beginnen? Für mich ist das unwichtig, es interessiert mich nicht, zumindest nicht in dem Sinn, der mit dieser Frage meist gemeint ist. Wenn ich dann gefragt werde: "das schöne Lied vom Fuchs, der die Gans gestohlen hat, beginnt doch mit dem C", so muss ich leider antworten, dieses grausliche Lied, mit dem mich schon in der Schule die Mitschüler ärgerten, beginnt auf meiner Harmonika mit dem "D", auf meiner zweiten Harmonika beginnt es mit dem "B", auf einer anderen vielleicht mit dem "As", aber immer beginnt es im Zudruck, mit dem 2. Knopf unter dem Gleichton. Wichtig ist für den Anfänger zur Orientierung auf der Harmonika nur der Gleichton, das ist die Taste, bei der sowohl auf Zug als auch auf Druck der 5. Ton der jeweiligen Tonart erklingt. Und wenn Sie dann noch immer wissen wollen, wo auf Ihrer Harmonika das "C" ist, dann schauen Sie selbst nach auf den Seiten von Christian Amon. Aber wie kann ich dann in einer bestimmten Tonart, etwa in C-Dur spielen?Das können Sie eben nicht auf allen
Instrumenten. Wenn Ihre
Harmonika nicht in C gestimmt ist, ist dies leider nicht möglich. Sie können
alles spielen, was ihren spieltechnischen Kenntnissen entspricht, aber nur in
den Tonarten, die in Ihrer Harmonika eingebaut sind. Ihre Harmonika transponiert
automatisch in die eingebaute Tonart. Sie können nur in engen Grenzen
transponieren. Wie das geht, erkläre ich auf der Seite Transponieren
auf der Harmonika. Die auf diesen Seiten veröffentlichten Noten/Griffschrift sind teilweise gar zu schwer gesetztMeine Noten sind größtenteils für zwei Melodieinstrumente (Geigen oder andere) gesetzt, die jedes für sich einstimmig spielen. Wollen Sie mit dem Akkordeon, Harmonika, Zither und vergleichbaren Instrumenten danach spielen, lassen Sie ruhig die zweite (meist untere) Stimme weg, wenn Sie wollen, auch nur bei für Sie zu schwierigen Passagen. Dies gilt auch bei der
Griffschrift-Tabulatur für Steirische Harmonika. Spielen Sie ruhig alle für
Sie technisch zu schwierigen Passagen einstimmig. Günstig wäre allerdings,
wenn Sie die Nebenstimme weglassen und die Hauptstimme spielen, das ist bei der
Griffschrift nicht immer der am höchsten notierte Knopf. Es ist aber der am
höchsten klingende Ton. Auch bei der Bassbezifferung können Sie nach Ihrem
Gusto variieren, können den Wechselbass auf einfache Begleitung ändern,
können Dreiklänge und Bassgänge vereinfachen. Meiner Harmonika geht so schnell die Luft ausNatürlich ist es möglich, dass der Harmonikabalg undicht ist. Vielleicht sollten Sie dies einmal überprüfen, die Harmonika zusammendrücken, ohne einen Ton zu spielen. Wenn dann wirklich die Luft merkbar ausgeht, sollten Sie das gute Stück reparieren. Häufiger ist damit aber gemeint, dass bei langen Druck- (oder Zug-)Passagen nichts mehr geht, obwohl das Stück noch gar nicht zu Ende ist. Der Blasbalg ist am Ende und geht einfach nicht weiter zu (oder auf). Um dies zu vermeiden, gibt es mehrere Techniken
Wenn Sie meine Griffschrift-Bearbeitungen ansehen, werden Sie auch bemerken, dass die meisten mit dem Zudruck beginnen. Das ist so bei Volksmusik. Sie sollten daher vor dem Spiel den Balg etwas öffnen, um dann mit vollem Schwung im Zudruck beginnen zu können. Die Bassknöpfe brauchen bei mir gar so viel LuftVersuchen Sie, die Basstöne nur kurz zu spielen, höchstens halb so lang anzuhalten wie notiert. Vielleicht können Sie den Bass sogar staccato spielen. Sie werden merken, Sie brauchen nicht nur gleich weniger Luft, Ihr Spiel wird auch automatisch schwungvoller, tänzerischer, der Rhythmus prägnanter. Das gilt übrigens häufig auch für die Melodie. Es ist oft besser, vor allem bei Polkas, die Töne nur kurz zu anspielen. Echtes legato ist in der Volksmusik ohnehin ziemlich verpönt. Weiches, gefühlvolles Spiel bedingt, dass man jeden Ton, jeden Akkord mit einer winzigen, eigentlich nicht hörbaren Pause an den vorherigen anschließt. Braucht eine Harmonika zwei Riemen?Gute Harmonikaspieler in der Steiermark und anderswo spielen oft nur mit einem Riemen. Das hat offensichtliche Vorteile: Besonders im Stehen oder Gehen sitzt die Harmonika besser, wackelt weniger herum, kein Riemen kann verrutschen, niemand braucht einem im Rücken den Verschluss zuzumachen, ohne den die Riemen immer wieder von den Schultern rutschen, im Sitzen ist die Harmonika schnell umgehängt und schnell wieder zur Seite gestellt. Einziger Nachteil ist anscheinend, dass man sich beim Umhängen im Stehen (hineinschlüpfen in den Riemen) leicht die Frisur zerstört. Weiterer Nachteil, aber nur für Anfänger: Man sieht die Knöpfe kaum. Allerdings - ich spielte zwei
Jahrzehnte lang mit nur einem Riemen, dann bekam ich körperliche Probleme,
Rückenschmerzen, die ich bequemer Weise auf die etwas einseitige Belastung mit
nur einem Riemen schob. In den Griff bekam ich diese Beschwerden mit Turnen, trotzdem spiele
ich nun wieder problemlos mit zwei Riemen, verweigere allerdings die
Demütigung, irgend jemanden ersuchen zu müssen, mir den Verschluss im Rücken
zu schließen und nehme in Kauf, dass ab und zu einer der beiden Riemen
verrutscht. Das stört mich nicht wirklich, ich kann ja auch mit einem Riemen
spielen. Wollen Sie es versuchen? Man schlüpft mit dem linken Arm durch den Riemen und steckt dann (oder gleichzeitig) den Kopf durch, so dass der Riemen schräg von der rechten Schulter über den Rücken zur linken Hüfte verläuft. Spielt man mit vier oder 5 Fingern?Näheres auf der Seite Fingersatz. FingersatzAuch hier näheres auf der Seite Fingersatz. Wie hält ein Linkshänder die Harmonika?Interessante Frage. Ich selbst bin ja Rechtshänder, ich erlebte bisher nur einen Menschen, der die Harmonika verkehrt spielte, Bass mit der rechten Hand, und das gut. Kann ihn leider nicht mehr fragen, ob er Linkshänder war, er ist ziemlich alt gestorben. Sonst könnte ich mir vorstellen,
dass es egal ist. Bei der Harmonika bekommen beide Hände einiges zu tun, da ist
es vielleicht unwichtig, ob Sie den Bass mit der rechten oder mit der linken
Hand spielen. Mein Geigenkollege ist Linkshänder, er hält die Geige trotzdem
problemlos so wie ein Rechtshänder, ich kenne auch einige linkshändige
Klavierspieler, die ganz normal mit der Linken den Bass spielen. Und bei der
Menge an Harmonikaspielern, die ich kenne und die die Harmonika alle gleich
halten, sind sicher einige Linkshänder dabei. Eine Zuschrift dazu steht in meinem Gästebuch: "Ich bin auch Linkshänder und hatte und habe nie Probleme damit beim Spielen gehabt. Tipp für Linkshänder: nicht zu fixiert sein "ich bin Linkshänder", es spielt hier der Kopf sehr stark mit. Was man mit "rechts" einlernt und von Anfang an nicht in Frage stellt, funktioniert auch so wunderbar. Außerdem kenne ich keine Almhütte, die eine "Linkshändige" am Haken hängen hat. Wäre ja schade um die Möglichkeiten, die man sich nimmt, würde man sich ein Extrastück zimmern lassen." Ich würde es an Ihrer Stelle mit der allgemein üblichen Haltung versuchen. Übrigens, die seitlich dargestellte Haltung oder vergleichbares habe ich schon öfters bei sogenannten "Heimatabenden" erlebt. Ich empfehle sie nicht; es könnte sein, dass der Harmonikabalg derartiges nicht überlebt.
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