Fingersatz
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die steirische Harmonika

Fingersatz auf der Steirischen Harmonika

Spielt man mit vier oder 5 Fingern?

Benennung der Finger

Fingersatz Diskant

Fingersatz Bass

Beispiele für guten Fingersatz (Läufe bzw. Akkorde)

Beispielstücke

Spielt man mit vier oder 5 Fingern?

Ich erlernte zuerst Tastenakkordeon (mit insgesamt 4 Stunden bei der Klavierlehrerin meiner Kindheit), spielte wie dort üblich mit fünf Fingern der rechten Hand, behielt dies auch bei, als ich auf die Steirische wechselte. Ich kann auch heute noch mit 5 Fingern spielen - wenn ich will. Ich habe mich aber später überzeugt, dass es für mich besser ist, den Diskant nur mit vier Fingern zu spielen, der Daumen bleibt seitlich am Griffbrett.

Dies hat doch mehrere Vorteile:

Beim Spiel im Stehen oder noch mehr beim Gehen verliert man nicht so leicht den Kontakt zu den richtigen Tasten.

Das Wichtigste ist wohl: mit etwas Übung bekommt man ein Distanzgefühl, der Daumen wechselt kaum die Lage, die anderen Finger treffen auch bei ziemlich großen Melodiesprüngen die richtigen Knöpfe besser.

Der Daumen ist wesentlich kürzer als die anderen Finger, ist außerdem zu ihnen verdreht, es wäre daher um einiges schwieriger, mit ihm die richtigen Melodietasten zu treffen, außer man verkrümmt die Hand.

Beim Akkordeon ist dies anders, hier sind die Tasten länger und daher auch für den Daumen leichter zu treffen.

Die Handhaltung beim Vierfinger-System ist ergonomisch richtig und sieht rein optisch für mich wesentlich eleganter aus. 

Eine für die Fünffingerspielweise häufig unnötigerweise verkrümmte Handhaltung ist nicht nur hässlich anzusehen, sondern unergonomisch und daher auch auf Dauer ungesund.

Wie Sie auf dem Bild sehen, ist der rechte Ellbogen leicht seitgestreckt, die Handhaltung ist natürlich, fast gerade, die Finger sind nur lMeine Harmonikahaltung beim Stehen (Bild Andi Popp)eicht gekrümmt, treffen trotzdem die Knöpfe senkrecht von oben.

Im Prinzip gilt das alles auch für die linke Hand im Bassriemen.

Benennung der Finger

  1. Finger = Daumen 
    wird im Diskant praktisch nur für allfällige zusätzlich eingebaute Zusatztöne verwendet bzw. äußerst selten für gleichzeitig gespielte Nebenmelodien, liegt normalerweise seitlich am Griffbrett an
    wird im Bass nur für eine allfällige Lufttaste verwendet

  2. Finger = Zeigefinger

  3. Finger = Mittelfinger

  4. Finger = Ringfinger

  5. Finger = kleiner Finger

Fingersatz Diskant

Im Diskant (Melodieseite) ist für mich wichtig: Daumen am Griffbrett, zweiter, dritter und vierter Finger sind gleichwertig, sollten daher auch gleich oft verwendet werden. Der 5. Finger soll möglichst oft verwendet werden, allerdings nur in der Grundreihe der jeweiligen Tonart und den Reihen nach außen von der Grundreihe, da er kürzer als die anderen Finger ist. Er muss aber absichtlich trainiert werden, da er doch üblicherweise etwas unbeholfener ist.

Bei einstimmigen Läufen sollten immer die Finger abwechseln, nie zweimal der gleiche Finger verwendet werden. Bei mehrstimmigen Passagen ist dies aber kaum möglich.

Besitzen Sie eine Harmonika mit Zusatztönen (Halbtönen) an Stelle der tiefsten Diskanttöne, dann greift man diese Tasten ausnahmsweise mit dem Daumen.

Auch selten gespielte Nebenmelodien unter dem liegenden Melodie-Akkord kann man mit dem Daumen spielen.

Fingersatz Bass

Beim Bass in der äußeren Bassreihe spielt der 4. Finger den Grundbass,  der 3. Finger den Akkord, der 2. Finger den Nebenbass (Wechselbass). Dies gilt auch, wenn in der 1. Reihe kein Wechselbass vorhanden ist (4. Finger Grundbass, 3. Finger Akkordbass). Den 5. Finger verwende ich in der Grundreihe ausschließlich für den sehr selten eingesetzten Nebenakkord links vom Grundbass oder für manche Bassläufe.

Dieses Schema gilt auch für Mollpassagen in der inneren Bassreihe (oder für die 4. Stufe bei Übergangsbässen): Grundbass mit dem 4. Finger, Akkordbass mit dem 3. Finger, allfälligen Wechselbass mit dem 2. Finger.

Falls Wechselbass gespielt wird, beginnt im Zudruck immer der 4. Finger, im Aufzug immer der 2. Finger, zumindest für den Anfang. Bei Bassläufen wird der Terzbassknopf mit dem 4. Finger gegriffen, der darunter liegende Sextbassknopf mit dem 5. Finger, der darüber liegende Übergangsbassknopf mit dem 2. Finger.

Beispiele für guten Fingersatz

In den beiliegenden Seiten habe ich Beispiele für guten Fingersatz angegeben. Sie sind noch unvollständig, weitere Seiten werden folgen.

Tonleiter einstimmig auf Zug und Druck für äußere, mittlere und innere Reihen

Akkordzerlegungen einstimmig auf Zug und Druck für äußere, mittlere und innere Reihen

Zweistimmige Akkorde in Terzen (enger Satz) auf Zug und Druck für äußere, mittlere und innere Reihen

Zweistimmige Akkorde in Sexten (weiter Satz) auf Zug und Druck für äußere, mittlere und innere Reihen

Dreistimmige Akkorde auf Zug und Druck für äußere, mittlere und innere Reihen

Beispielstücke

Gretlboarisch (Einfaches Stück mit Bassläufen auf der Dreireiher)

Klarinettenmuckl (Schwieriges, schnelles Stück mit Wechselbass auf der Vierreiher)

Falls Sie beim Lernen lieber dem Lehrer zuschauen wollen, etliche Lehr-Videos mit gutem Fingersatz finden Sie auf den Seiten von Ferdinand Baumgartner unter "Videos".

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