Tempo

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Tempo

Viele Musikanten verwechseln Tempo und Schwung. sie glauben irrtümlich, ihre Musi wirke um so schwungvoller und temperamentvoller, je schneller sie spielen. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Natürlich kann man schnell spielen - wenn man es kann. Ständiges Schnellspielen wirkt aber häufig nur mehr spannungslos, klingt nach fader Hudlerei.

Übrigens, der häufigste und eigentlich auch schwerste Fehler eines Musikanten ist: zu schnell spielen! Zu schnell für den Charakter des Stückes, zu schnell für das Können der Tänzer, und vor allem zu schnell für das eigene Können. Ein Stück sollte höchstens so schnell gespielt werden, dass es auch an der schwierigen. fehleranfälligen Stelle im Trio noch immer nicht gehudelt klingt.

Versuchen Sie es einmal, spielen Sie ein Stück in verschiedenen Geschwindigkeiten und horchen Sie sich selbst zu: In welchem Tempo wirkt die Melodie am Besten?

Und wenn Sie dieses Stück eigentlich noch nicht im "richtigen" Tempo können? Spielen Sie es langsamer, und es wird besser klingen, als wenn Sie es sich für Ihr Können zu schnell vornehmen.

Stellen Sie sich vor, Sie spielen für Tänzer. Oder tun Sie es tatsächlich.

Jeder Tanz hat eine Variationsmöglichkeit zwischen Gemütlich und Rasant. Zu langsam ist genauso schlecht wie zu schnell. Das Tempo sollte höchstens so weit angezogen werden, dass der Tanz voll ausgetanzt werden kann und nicht gehudelt wirkt. Auf keinen Fall darf der Tanz-Charakter zerstört werden. Gerade bei wirklich guten Tänzern ist manchmal sogar langsamer und spannungsvoller besser als zu schnell.

Der Musikant sollte sich auf die Tanzenden einstellen. Bei guten Tänzern kann es etwas schneller werden, für Tanzanfänger muss man wesentlich langsamer spielen. Auch kann man auf Parkett wesentlich leichter und daher rascher drehen als auf Grasboden. Dafür können Geh- und Lauftänze auf rauem Bretterboden schneller gespielt werden als auf glattem, rutschigem Parkett.

Bei allen Rundtänzen, besonders aber bei der Polka, gibt es langsamerer und raschere Stücke, etwa Franzé (langsam bis sehr langsam), böhmische Polka, Tramplan bis Polka (mittleres Tempo) und Schnellpolka oder Galopp (rasch bis sehr rasant).

Die Geschwindigkeit wird als Metronomzahl (MM) angegeben, das ist die Zahl der Taktschläge pro Minute. Eine Bayrisch-Polka hat etwa MM=80 bis 100, ein Walzer etwa MM=160 bis 192 Viertelnoten pro Minute. Derartige Angaben sind aber nie verbindlich, sondern nur Richtwerte.

Christian Amon hat ein Javascript geschrieben, mit dem man die Metronomzahl bestimmen kann. Auf seiner Seitelpfeifer-Seite, und zwar auf der Seite http://members.yline.com/~arizona/metronome/ ist es zu finden. Sie können die Metronomzahl eines Stückes bestimmen, indem Sie im Takt auf die erste Schaltfläche klicken. Oder Sie geben eine gewünschte Metronomzahl unter "gemittelter Metronomwert" ein und lassen sich diesen Wert vorticken. Dieses schöne Hilfsmittel ist allerdings nicht ganz zuverlässig, es hängt von Ihren Computereinstellungen ab, wie genau es arbeitet.

 Tempoänderungen:

Wenn Sie in einem Stück schneller werden, weil Sie es so wollen, weil es Ihnen so gefällt, weil das Ihr Temperament zeigt, so ist das in Ordnung. Werden Sie aber schneller, weil Ihnen die Finger davonlaufen, weil Sie einfach das Tempo nicht halten können, oder weil Sie es gar nicht merken, dann sollten Sie etwas dagegen tun.

Horchen Sie sich selbst einmal kritisch zu. Werde ich schneller? Wo genau werde ich schneller? Und warum? Häufig sind es zu kurz ausgehaltene Pausen, oder zu kurz ausgehaltene lange Töne, bei denen man ungeduldig wird und damit schneller. Oder man spielt schnelle, schwierige Passagen (Läufe aus Sechzehntelnoten) noch schneller, als sie gehören - vielleicht, um diese schwere Stelle schnell hinter sich zu bringen?

Viele Musikanten klopfen den Takt mit den Zehen, dem Vorfuß, dem ganzen Fuß, beiden Füßen, um nicht aus dem Takt zu kommen. Im Prinzip ist das in Ordnung. Wenn es Ihnen hilft ... Ein sicheres Heilmittel ist das aber auch nicht, ich habe schon öfters gesehen, dass jemand trotz Takttreten schneller wird und es nicht glaubt, weil er ja ohnedies den Takt mitgeklopft hat.

Aber natürlich gibt es auch genug Möglichkeiten, Tempoänderungen einzubauen. Etwa empfiehlt es sich oft, gemütlich zu beginnen und dabei die Tänzer zu beobachten. Wenn alle gleichmäßig tanzen, kann man das Tempo etwas anziehen, bis alle noch gut mitkommen. Und dann, bei der letzten Wiederholung wird es noch einmal deutlich schneller. Besonders gute Musikanten werden bei der vorletzten Wiederholung manchmal sogar bewusst langsamer, um dieses rasante Schluss-Furioso noch rasanter wirken zu lassen. 

Alle diese absichtlichen Tempoänderungen dürfen nicht plötzlich erfolgen, sondern immer mit einer wenn auch kurzen Phase der Verzögerung bzw. Beschleunigung.

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