Zusammenspiel mehrerer InstrumenteEine Spielmusik kann und soll natürlich demokratisch geführt werden, einvernehmlich, jeder der Spieler ist gleichberechtigt. Während des Musizierens aber führt meistens nur einer. Das muss nicht immer der Primgeiger sein. Häufig wird der Harmonikaspieler das Spielgeschehen steuern; aber jeder der Mitspieler kann die Gemeinschaft leiten, durch Blicke, Gesten, Zurufe. ZurufeVerwendet werden viele Zurufe, je nach Bedarf und Überlieferung. Sie können auch eigene gestalten, Ihre Mitspieler müssen aber wissen, was damit gemeint ist:
Derartiges kann natürlich nur ein
Nicht-Bläser ansagen. Vieles davon kann aber auch ein Bläser durch Gesten und
Blicke bewirken. Oft führen auch Geiger oder andere die Gruppe durch Gesten
oder einfach durch Anschauen. Das erfordert allerdings viel Routine und
Probenarbeit. Auch rhythmische und dynamische Unterschiede bedingen
zusammenhören, zusammenschauen, auf einander eingewöhnen, eben miteinander und
nicht nebeneinander spielen. Schwung kommt dann automatisch dazu. Nonverbale KommunikationMan kann Melodieteile so gestalten, dass jedem Mitspieler klar wird, was kommt.
Es gibt noch etliche andere Möglichkeiten, die gut klingen, die aber vor allem den Mitspielern Sicherheit bei den Übergängen bringen. Probieren Sie aus, was Ihnen einfällt. Und seien Sie dabei nicht zu zaghaft. Auch die Zuhörer können diese Variationen ruhig hören, sie bringen dann der Musik auch einiges an Schwung. All
dies funktioniert aber nur, wenn die Mitspieler aufeinander hören und gewohnt
sind, auf derartige Zeichen zu reagieren. Kleben Ihre Mitspieler nur an den
Noten, können Sie dies alles wieder vergessen. Tonart abschauenVon einigen Instrumenten ist es leicht, die Tonart, in der soeben gespielt wird, abzuschauen und dann etwa als Gitarrist oder Bassgeiger frei dazuzuspielen.
RangordnungAlle Instrumente sind gleich wichtig. In einer Gemeinschaft gibt es keine wichtigen und unwichtigen Spieler, sondern nur Mitwirkende, die sich einem gemeinsamen Ziel unterordnen. Keiner darf zu laut oder zu leise sein, keiner darf aus der Reihe tanzen. Wichtig ist nicht Selbstdarstellung, wichtig ist nur das gemeinsame Ziel, gute Musik hörbar zu machen. Das ist leichter beim reinen Satz gleichartiger Instrumente; das wird schwieriger beim interessanteren gemischten Satz. Verschiedenartige Instrumente haben
verschiedenartige technische Möglichkeiten für Phrasierung, Triller,
Lautstärke und Ähnliches. Das alles auf einen Nenner zu bringen, bedeutet
intensive Probenarbeit, bringt aber auch ein intensiveres Gemeinschaftserlebnis
- und einen interessanteren Klang. Verschieden gestimmte InstrumenteA-D-G-C-Harmonika mit C-Instrumenten: Alle auf meinen Seiten veröffentlichten Instrumentalstücke stehen sowohl in Griffschrift für Steirische Harmonika als auch in Noten, gesetzt in den Tonarten A-D-G-C. Das passt sehr gut zum Zusammenspiel von Harmonika A-D-G-C mit Geigen und ähnlichen in C gestimmten Instrumenten. Besitzen Sie nur eine dreireihige Harmonika, etwa A-D-G, so müssten Sie Stücke aussuchen, die in diesen Tonarten notiert sind, in C notierte Stücke müssten C-Instrumente transponieren, Geiger müssten also das ganze Stück 4 Töne (eine Quint, 2 Notenlinien) höher oder 3 Töne (eine Quart, 1,5 Notenlinien) tiefer spielen als notiert. G-C-F(-B)-Harmonika mit B-Instrumenten (B-Klarinette, Flügelhorn in B): Für Sie gilt das oben Gesagte. Sie können direkt aus den von mir veröffentlichten Noten spielen. G-C-F(-B)-Harmonika mit C-Instrumenten: C-Instrumente müssten um eine Sekund (einen Ganzton, eine halbe Notenlinie) nach unten transponieren, einen ganzen Ton tiefer spielen - oder meine Noten umschreiben, einen Ganzton tiefer schreiben, oder meine Capella-Dateien transponieren. Sonst gilt das oben Gesagte. F-B-Es(-As)-Harmonika mit C-Instrumenten: C-Instrumente müssten um eine Terz (zwei Ganztöne, eine ganze Notenlinie) nach unten transponieren, zwei ganze Töne tiefer spielen - oder meine Noten umschreiben, zwei Ganztöne tiefer schreiben, oder meine Capella-Dateien transponieren. Sonst gilt das oben Gesagte. F-B-Es(-As)-Harmonika mit B-Instrumenten: Transponierende Instrumente in B müssten um eine Sekund nach unten transponieren, einen ganzen Ton tiefer spielen - oder meine Noten umschreiben, einen Ganzton tiefer schreiben, oder meine Capella-Dateien transponieren. Sonst gilt das oben Gesagte. Beispiel: Spielen Sie auf der dritten Reihe einer F-B-Es-As-Harmonika, dann erklingt Es-Dur. Spielt eine B-Klarinette G-Dur, wie in meinen Noten vorgesehen, dann erklingt F-Dur, transponiert die B-Klarinette noch einen Ton tiefer, spielt also F-Dur, dann erklingt Es-Dur, und Sie spielen beide in der gleichen Tonart. In manchen Fällen ist erforderlich, Sie wechseln die Reihe auf der Harmonika. Wie das geht, erfahren Sie auf meiner Seite "Transponieren auf der Steirischen Harmonika". Und im äußersten Fall, wenn Sie
überhaupt nicht selbst transponieren können, kann ich Ihnen einige Stücke in
Ihre Tonart transponieren. Bitte anfragen.
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